TCS-Studie: E-Autos machen Verkehrsknoten deutlich leiser
Posted by: Fabio Simeon
Eine gemeinsame Studie von Empa und TCS zeigt: Elektroautos können insbesondere an stark befahrenen Kreuzungen und Kreiseln den Verkehrslärm spürbar reduzieren. Bei häufigem Abbremsen und Anfahren beträgt der Unterschied zu Verbrennern bis zu 3 Dezibel.
Verkehrslärm gehört in Städten zu den bedeutendsten Lärmquellen. Wie stark die zunehmende Elektromobilität die Belastung reduzieren kann, haben TCS und Empa im Forschungsprojekt Nexus untersucht. Nachdem die erste Projektetappe bereits deutlich geringere Geräuschemissionen von Elektroautos bei der Beschleunigung gezeigt hatte, wurden die Erkenntnisse nun auf reale Verkehrssituationen übertragen.
Dafür untersuchten die Forschenden vier Verkehrsknoten in Freiburg und Zürich: die Kreuzungen Champ-des-Fontaines und Sainte-Thérèse sowie den Albisriederplatz und die Sihlporte. Mithilfe von Drohnen wurden Verkehrsströme und das Fahrverhalten erfasst. Geschwindigkeit, Beschleunigung und Fahrwege der einzelnen Fahrzeuge flossen anschliessend in akustische Modelle ein, mit denen sich die Geräuschemissionen unterschiedlicher Verkehrssituationen berechnen liessen.
Das Ergebnis fällt zugunsten der Elektromobilität aus: Würden an den untersuchten Verkehrsknoten ausschliesslich Elektroautos verkehren, wäre der Verkehrslärm im Durchschnitt 1,5 Dezibel geringer als bei einer reinen Verbrenner-Flotte. Besonders deutlich wird der Unterschied dort, wo Fahrzeuge regelmässig abbremsen und wieder anfahren. An solchen Haltepunkten können Elektroautos bis zu 3 Dezibel leiser sein – was einer Halbierung des wahrgenommenen Lärms entspricht.
Auch das Verkehrsaufkommen spielt eine Rolle. Am Zürcher Albisriederplatz betrug der Lärmunterschied bei geringem Verkehrsaufkommen durchschnittlich 0,9 Dezibel. Während der Stosszeit erhöhte er sich auf 2,2 Dezibel gegenüber dem Vergleichsmodell mit ausschliesslichen Verbrennern. Damit profitieren insbesondere Anwohnerinnen und Anwohner stark frequentierter Verkehrsknoten von einer zunehmenden Elektrifizierung des Strassenverkehrs.
Die Untersuchung in Freiburg zeigte zudem, dass eine Reduktion der signalisierten Höchstgeschwindigkeit von 50 auf 30 km/h den Unterschied zwischen Elektroautos und Verbrennern nur geringfügig verändert. Der zusätzliche Lärmvorteil der Elektroautos lag bei rund 0,5 Dezibel. Grund dafür ist, dass bei diesen Geschwindigkeiten das Rollgeräusch weiterhin einen wesentlichen Anteil an den Gesamtemissionen ausmacht.
Für TCS und Empa ist die Untersuchung damit ein wichtiger Schritt, um das Lärmminderungspotenzial der Elektromobilität unter realen Bedingungen zu quantifizieren. In einer dritten Projektetappe stehen deshalb nun Reifen und Strassenbeläge im Fokus. Messfahrten auf öffentlichen Strassen im Aargau sollen zeigen, welchen Einfluss unterschiedliche Reifentypen und Fahrbahnbeläge auf die Geräuschemissionen haben. Die Ergebnisse werden voraussichtlich Mitte 2027 veröffentlicht.




