Studie: Firmenflotten werden elektrischer – aber langsamer als geplant
Posted by: Fabio Simeon
Eine Untersuchung von DKV Mobility zeigt: Viele Unternehmen in Europa wollen ihre Flotten elektrifizieren, sehen sich dabei jedoch mit steigenden Kosten und strukturellen Hürden konfrontiert.
Bildcredit: DKV Mobility
Die Elektrifizierung von Unternehmensflotten in Europa gewinnt an Tempo, bleibt aber komplex. Laut einer aktuellen Studie von DKV Mobility plant eine Mehrheit der Unternehmen, in den kommenden zwei Jahren verstärkt auf vollelektrische Fahrzeuge zu setzen. Gleichzeitig bremsen wirtschaftliche und infrastrukturelle Faktoren die Entwicklung.
Für die Untersuchung wurden mehr als 1’700 Fuhrparkverantwortliche in acht europäischen Ländern befragt. Rund 56 Prozent der Unternehmen gaben an, ihre Flotten künftig stärker elektrifizieren zu wollen. Klassische Verbrennungsmotoren verlieren damit perspektivisch an Bedeutung, auch wenn sie aktuell – insbesondere Diesel – weiterhin dominieren. Ergänzend bleiben Plug-in-Hybride für viele Betriebe eine Übergangslösung.
Auffällig sind die Unterschiede zwischen den Ländern. Während etwa die Niederlande bereits einen vergleichsweise hohen Anteil rein elektrischer Fahrzeuge in Unternehmensflotten aufweisen, verläuft die Umstellung in Mittel- und Osteuropa deutlich langsamer. Deutschland bewegt sich im europäischen Mittelfeld, zeigt jedoch eine vergleichsweise hohe Verbreitung eigener Ladeinfrastruktur auf Firmengeländen.
Tatsächlich investieren viele Unternehmen gezielt in eigene Ladelösungen: Neun von zehn Betrieben mit Elektrofahrzeugen verfügen bereits über entsprechende Infrastruktur am Standort. Eine Mehrheit plant zudem, diese in den kommenden Jahren auszubauen. Damit versuchen Unternehmen, Abhängigkeiten von der öffentlichen Ladeinfrastruktur zu reduzieren, die vielerorts noch als unzureichend gilt.
Als grösste Herausforderungen nennen die Befragten vor allem steigende Kosten. Dazu zählen sowohl die Anschaffungspreise für Elektrofahrzeuge als auch höhere Energiepreise. Hinzu kommen Bedenken hinsichtlich Reichweite und Verfügbarkeit öffentlicher Schnellladepunkte. Diese Faktoren beeinflussen massgeblich, wie schnell Unternehmen ihre Flotten umstellen.
Die Studie macht deutlich, dass die Transformation nicht nur eine technologische, sondern vor allem eine wirtschaftliche und strategische Aufgabe ist. Neben Kostendruck und Infrastruktur spielen auch steigende Nachhaltigkeitsanforderungen eine wichtige Rolle, insbesondere für grössere Unternehmen und den Transportsektor.
Insgesamt zeigt sich ein klarer Trend: Die Elektrifizierung von Unternehmensflotten ist in Europa auf Kurs, verläuft jedoch nicht einheitlich. Entscheidend dürfte sein, ob sich Rahmenbedingungen wie Energiepreise und Ladeinfrastruktur im gleichen Tempo weiterentwickeln wie die Nachfrage nach elektrischen Fahrzeugen.




