Lademarkt konsolidiert sich: Energieversorger liegen vorn
Posted by: Fabio Simeon
Mit dem wachsenden Anteil von Elektroautos in Deutschland gewinnt auch das öffentliche Laden an Bedeutung. Eine aktuelle Studie von USCALE zeigt jedoch, dass sich der Markt auf wenige bevorzugte Ladedienste konzentriert: Im Schnitt nutzen E-Auto-Fahrende drei Anbieter, rund zwei Drittel aller Ladevorgänge entfallen auf ihren jeweiligen Favoriten.
Bild: KI generiert
Für die CPO/eMSP Charging Services Study 2026 befragte USCALE im Juli 2’507 Fahrerinnen und Fahrer von batterieelektrischen Fahrzeugen, die öffentlich laden. Dabei zeigt sich, dass Neueinsteiger mit durchschnittlich 2,4 Ladediensten noch weniger Anbieter nutzen. Die übrigen Dienste kommen meist situativ zum Einsatz – etwa auf längeren Strecken oder wenn der bevorzugte Anbieter nicht verfügbar ist.
Bei der Kundenpräferenz führen die grossen Energieversorger mit Angeboten wie EnBW mobility+, E.ON Drive und EWE Go. Dahinter folgen die Ladedienste der Ölkonzerne, darunter Aral pulse und Shell Recharge. Auf Rang drei liegen die Angebote der Automobilhersteller, die häufig direkt über den Händler oder Hersteller abgeschlossen werden. Reine Ladenetzbetreiber wie IONITY, Fastned und Allego folgen auf Platz vier.
Eine Sonderstellung nimmt Tesla ein: 88 Prozent der Tesla-Fahrenden nutzen die Supercharger. Bei Fahrerinnen und Fahrern anderer Marken spielen diese hingegen bislang eine deutlich kleinere Rolle. Gleichzeitig zeigt die Studie, dass Bekanntheit allein nicht ausreicht. Bei zahlreichen Anbietern kennt ein grosser Teil der Befragten die Marke, nutzt deren Ladedienst aber nicht. Rund ein Drittel dieser Nicht-Nutzer wäre jedoch offen für einen Wechsel.
Für die Wahl des bevorzugten Ladedienstes sind vor allem geeignete Standorte, Zuverlässigkeit und eine einfach bedienbare App entscheidend. Der Preis spielt insbesondere bei der Entscheidung für einen Anbieter eine Rolle, verliert danach jedoch an Bedeutung. «Zuverlässigkeit und eine gute App sind die Pflicht. Bei der Kür setzen die Kunden je nach Anbieter ganz unterschiedliche Schwerpunkte», sagt Dr. Axel Sprenger, Gründer und Geschäftsführer von USCALE.
Die Ergebnisse zeigen damit einen zunehmend kompetitiven Lademarkt, in dem nicht allein die Anzahl verfügbarer Ladepunkte entscheidet. Wer zur ersten Wahl werden will, muss laut USCALE ein klares Profil entwickeln und jene Eigenschaften stärken, mit denen der eigene Dienst bei den Kundinnen und Kunden punktet.




