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15.01.2026

Wie PW- auch NFZ-Markt im Rückwärtsgang

Im Jahr 2025 erlebte der Markt für neue Nutzfahrzeuge in der Schweiz einen Rückgang um 8,3 Prozent auf 38’707 neu zugelassene Fahrzeuge, wobei insbesondere schwere Nutz- und Personentransportfahrzeuge betroffen waren. Elektro-Lastwagen hingegen verzeichneten dank staatlicher Förderungen und einem breiten Angebot einen Anstieg und stellten mehr als 20 Prozent der Neuzulassungen dar.

Wie PW- auch NFZ-Markt im Rückwärtsgang

Bei den schweren Nutzfahrzeugen über 3,5 Tonnen Gesamtgewicht reduzierte sich die Anzahl der Neuzulassungen von 4'876 Einheiten im Jahr 2024 auf 4197 im Jahr 2025, was einem Minus von 14 Prozent entspricht. Die Unsicherheit bezüglich der leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe (LSVA) spielt dabei eine wesentliche Rolle. Die Frage, wie es nach 2029 weitergeht und insbesondere, ab wann die neuen LSVA-Kategorien anwendbar sind, bleibt für viele Transportunternehmen ungeklärt. Die laufende parlamentarische Diskussion über den Start der LSVA-Erhebung für Elektrofahrzeuge schafft zusätzliche Verunsicherung. Noch bis vor kurzem erwarteten Marktteilnehmer, dass Elektrolastwagen bis 2031 von der LSVA ausgenommen wären. Diese Unsicherheit führt nun dazu, dass Investitionen in neue, teurere, jedoch umweltfreundlichere Fahrzeuge vermehrt verschoben werden.

 

Trotz des allgemeinen Einbruchs im Markt hat die Elektrifizierung bei schweren Nutzfahrzeugen (>3,5t) weiterhin zugenommen. Von den 942 neu in Verkehr gebrachten Fahrzeugen mit rein elektrischem Antrieb, entspricht dies einem Marktanteil von 22,4 Prozent, ein Rekordhoch. Im vergangenen Jahr wurden 524 neue schwere batterieelektrische Lastwagen (BEV, >16t) zugelassen, was einem Marktanteil von über 16 Prozent in dieser Gewichtsklasse entspricht. Das bisherige Fördersystem hat insbesondere für diese Kategorie eine erhebliche Marktnachfrage erzeugt.

 

Auto-Schweiz-Direktor Thomas Rücker kommentiert die widersprüchliche Entwicklung: «Regulatorische Unsicherheiten und wirtschaftliche Bedenken haben den Schweizer Nutzfahrzeugmarkt 2025 stark beeinflusst. Obwohl die Schweiz in der Elektrifizierung von schweren Nutzfahrzeugen im europäischen Vergleich führend ist, wird diese Position durch die Unsicherheiten rund um die LSVA geschwächt. Es ist dringend notwendig, langfristige Planungs- und Investitionssicherheit zu gewährleisten, damit der bisherige Markterfolg nicht gefährdet wird.» Rücker sieht jedoch auch positive Signale für den Personenwagenmarkt: «Es zeigt, dass ein Markt durch ein stimulierendes regulatorisches Umfeld effektiv gesteuert werden kann. Finanzielle Anreize und realitätsnahe Rahmenbedingungen haben eine deutliche Wirkung.»

 

Auch bei den leichten Nutzfahrzeugen bis 3,5 Tonnen Gesamtgewicht, wie Lieferwagen und leichten Sattelschleppern, gab es dieses Jahr keine Erholung. Im Jahr 2025 wurden insgesamt 28'992 Fahrzeuge neu zugelassen, was einem Rückgang von 5,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr darstellt. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen sowie zahlreiche Handwerker scheinen mit einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage zu rechnen und verzögern den Ersatz ihrer Fahrzeuge.

 

Bei den leichten Nutzfahrzeugen blieb der Dieselantrieb vorherrschend, verlor jedoch an Marktanteilen zugunsten von Plug-in-Hybriden und rein elektrischen Antrieben. Im Jahr 2024 lag der Marktanteil der sogenannten Steckerfahrzeuge bei 8,1 Prozent, der sich 2025 auf 16,9 Prozent erhöhte. Die 4895 Steckerfahrzeuge im Jahr 2025 (gegenüber 2457 im Jahr 2024) markieren eine Verdoppelung. Diese Entwicklung ist auch den Anpassungen der Fahrzeughersteller zu verdanken, die ihr Sortiment an elektrifizierten Modellen erweitert haben, um die um 20 Prozent strengeren Emissionsnormen für Lieferwagen zu erfüllen.

 

Einen deutlichen Rückgang erlebten die Personentransportfahrzeuge. Die Neuzulassungen sanken im Jahr 2025 um 19 Prozent auf 5518 (2024: 6800). Verantwortlich dafür war insbesondere die Entwicklung bei Kleinbussen, Reisecars sowie Wohnmobilen. Während der Rückgang bei Wohnmobilen bereits länger zu beobachten war, erlebte der Markt für Busse einen erheblichen Zuwachs von 49 Prozent. Ausschlaggebend hierfür waren grössere Ersatzinvestitionen im öffentlichen Verkehr.

 

Zusammen mit den historisch niedrigen 233'737 neuen Personenwagen wurden im Jahr 2025 in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein insgesamt 272'444 neue Motorfahrzeuge in Verkehr gebracht. Im Vergleich zum Vorjahr mit 281'740 Fahrzeugen entspricht dies einem weiteren Rückgang um 9296 Neuzulassungen oder 3,3 Prozent.

 

www.auto.swiss

 

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