AutoScout24-Studie: Schweizer finden Autos zu gross – greifen aber kaum zu Kleinstwagen
Posted by: Fabio Simeon
Eine repräsentative Umfrage im Auftrag von AutoScout24 zeigt: Sechs von zehn Personen empfinden die Fahrzeuge auf Schweizer Strassen als zu gross. Dennoch besitzen erst vier Prozent der Haushalte ein Kleinstauto – und auch das künftige Kaufinteresse bleibt verhalten.
Die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung nimmt die wachsenden Fahrzeugdimensionen kritisch wahr. Laut einer aktuellen, von YouGov durchgeführten Studie im Auftrag von AutoScout24 empfinden 60 Prozent der Befragten Autos auf Schweizer Strassen als zu gross. Besonders ausgeprägt ist diese Haltung bei umweltorientierten Personen: 85 Prozent von ihnen kritisieren die Fahrzeuggrösse. Dennoch sehen nur 28 Prozent überdimensionierte Autos als zentralen Stressfaktor im Verkehr. Deutlich stärker belasten rücksichtsloses Verhalten anderer Verkehrsteilnehmender, Staus und die Parkplatzsuche.
Trotz wachsender Städte und knapper Parkflächen bleiben Kleinstwagen eine Randerscheinung. Nur vier Prozent der Haushalte besitzen ein solches Fahrzeug – etwa Modelle wie Microlino, Fiat Topolino oder Citroën Ami. Lediglich 17 Prozent können sich vorstellen, in den kommenden zwei Jahren ein Kleinstfahrzeug zu kaufen oder zu leasen.
Ein Grund liegt in der Alltagstauglichkeit: 56 Prozent schätzen Kleinstwagen zwar als parkfreundlich ein, gleichzeitig verbinden 49 Prozent sie mit wenig Stauraum und eingeschränktem Insassenschutz. Über 80 Prozent halten sie für nicht familientauglich. Entsprechend sehen 64 Prozent Kleinstwagen primär als Zweitfahrzeug, und nur 15 Prozent finden, dass diese Kategorie zum eigenen Lebensstil passt. Rund die Hälfte der Befragten ohne Kaufinteresse nennt keinen Aspekt, der ihre Meinung ändern könnte.
Wer sich dennoch für Kleinstwagen interessiert, tut dies vor allem aus rationalen Gründen. Ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis ist das wichtigste Argument, gefolgt von Nachhaltigkeit, tiefen Unterhaltskosten und der Eignung für kurze Stadtfahrten. Als angemessenen Preis nennen die Befragten im Durchschnitt knapp 10’000 Franken. Laut Marktdaten von AutoScout24 lagen die durchschnittlichen Inseratepreise 2025 beim Citroën Ami bei rund 9’925 Franken und beim Fiat Topolino bei etwa 11’182 Franken – also nahe an den Preisvorstellungen der Bevölkerung. Das Interesse auf der Plattform bleibt jedoch insgesamt tief.
Als Beitrag zur Entlastung beim Flächenverbrauch sehen drei Viertel der Befragten Potenzial in Kleinstwagen. Bei Lärm- und Luftverschmutzung wird ebenfalls eine gewisse Wirkung erwartet. Bei der Verkehrsüberlastung hingegen glauben nur 33 Prozent an einen spürbaren Effekt. Insgesamt zeigt sich: Auch wenn viele die zunehmende Grösse von Autos kritisch sehen, dominieren im Alltag weiterhin Fahrzeuge, die mehr Platz, Komfort und Flexibilität bieten.




